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Lebensmittelallergien

aepfel-Kreuzallergien-ernaehrungsberatungLebensmittelallergien in der Ernährungsberatung

 

Jetzt im Frühjahr häufen sich in meiner Praxis für Ernährungsberatung die Anrufe wegen Lebensmittelallergien, Kreuzallergien und Unverträglichkeiten auf verschiedene Lebensmittel. Meist spricht der Patient selbst von einer Allergie. Dabei handelt es sich oftmals gar nicht um eine Allergie, sondern um eine Unverträglichkeit. Dies ist meinem Patienten erst einmal egal, er möchte doch nur sein Essen genießen. Es kommt vor, dass ganz plötzlich er ein Kribbeln im Rachen und auf der Zunge bekommt, wenn er in einen Apfel beißt, oder er bekommt Bauchschmerzen, wenn er ein Glas Milch trinkt. Eltern von Babys und Kleinkindern berichten von Ausschlägen auf der Haut.

 

Was steckt nun dahinter?

Oft ist es ein weiter Weg von der „Krankheit“ über die Diagnose und Therapie zur Beschwerdefreiheit. Das ist manchmal wie die Stecknadel im Heuhaufen suchen. Hinzu kommt, dass viele Patienten sich selbst diagnostizieren und dadurch viele Lebensmittel meiden. Leider sind dies häufig Grundlebensmittel, die gerade bei Kleinkindern wichtig für eine gute Entwicklung sind. Umso schöner ist es, wenn nach Anamnese und Diagnose durch einen Arzt, der sich mit Allergien und Unverträglichkeiten auskennt und meiner Arbeit in der Ernährungsberatung, dann gezielt das betreffende Lebensmittel gemieden werden kann. So bekommen die Betroffenen wieder mehr Lebensqualität, weil wieder vielmehr Auswahl im Speiseplan ist.

 

Nahrungsmittelallergie oder Unverträglichkeit?

Dies muss natürlich auch in der Ernährungsberatung geklärt werden. 

Allergie
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Patient mit allergischer Rhinitis

Bei einer Allergie reagiert der Körper sehr stark auf Stoffe aus der Umwelt, die normalerweise völlig harmlos sind. Dabei kommt es zu einer Immunreaktion im Körper. Der Körper bildet dabei vermehrt IgE-Antikörper, die, wenn man das zweite Mal mit dem Stoff in Kontakt kommt, eine ganze Liste von Reaktionen im Körper auslösen. Und genau dies ist es, was die Allergie von der Unverträglichkeit unterscheidet. Man muss also auf jeden Fall zweimal Kontakt gehabt haben. Beim ersten Bienenstich passiert nichts, und beim zweiten Mal kommt es zu den Beschwerden. Erst dann sprechen wir von einer Allergie, bzw. wenn es sich um Lebensmittel handelt, von einer Lebensmittelallergien. Die können ganz unterschiedlich sein. Von Kribbeln, Jucken über Schwellungen bis zu Atembeschwerden und Kreislaufversagen ist je nach Allergen alles möglich. 

 

Unverträglichkeit

Bei einer Unverträglichkeit hat man keine Beteiligung des Immunsystems, aber trotzdem Beschwerden. Daher macht gerade die ärztliche Diagnostik mit Laboruntersuchungen, Testungen und Provokationen großen Sinn. Eine Provokation ist wichtig, dass die Diagnose Allergie gestellt werden kann. Oft haben Patienten Antikörper gegen bestimmte Teile aus einem Lebensmittel, wir sprechen hier von spezifischen Eiweißen, aber in der Abfrage gar keine Beschwerden. Oder sie wissen nicht, ob sie darauf reagieren. Dann wird ihnen unter ärztlicher Aufsicht das Lebensmittel verabreicht, und man wartet auf eine Reaktion. Erst wenn diese eintritt, dann spricht man von einer Allergie. Liegen nur die spezifischen Antikörper vor, und es gibt keine Beschwerden, dann liegt nur eine Sensibilisierung vor.

 

Kreuzallergie

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Hasel (Frühblüher)
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Birke (Frühblüher)

Ganz spannend wird es, wenn der rohe Apfel Beschwerden macht, aber das Apfelmus nicht. Oder es wurden IgE-Antikörper gegen Haselnüsse nachgewissen, das Kind isst aber jeden Tag ein Brot mit Nougatcreme. Äußerst spannend! Das wird sicherlich mal ein weiterer Blogbeitrag.

 

 

 

Lebensmittelallergien – allergisch gegen alles?

In der Regel ist man nicht gegen das gesamte Lebensmittel allergisch. Inzwischen kennen wir eine Vielzahl einzelner Komponenten, den Eiweißen, die alle in einem Lebensmittel vorkommen. Dieses Wissen machen wir uns in der Therapie zu Nutzen um nur soviel zu meiden wie unbedingt nötig, aber manchmal kommt man auch um das Auslassen des ganzen Lebensmittels nicht herum. Das kann beispielsweise ein Allergen im Ei sein, dass durch Kochen oder backen nicht zerstört wird und weiter schlimme Beschwerden verursacht. Also anders wie beim Apfel und dem Apfelmus. In dem Fall sprechen wir von einer sogenannten Kreuzallergie. Eigentlich hat der Patient nur „Heuschnupfen“, aber nun kann er keine Äpfel mehr vertragen. Das liegt daran, dass es sowohl im Apfel als auch in der Birke sehr verwandte Eiweiße gibt, die zu Reaktionen des Immunsystems führen. Das hört sich erst einmal schlimm an, weil man denkt, jetzt kann ich keine Äpfel mehr essen. Das stimmt nur teilweise. Handelt es sich tatsächlich um die sogenannte pollenassoziierte Kreuzallergie, dann ist das auslösende Allergen hitzelabil. D.h. der rohe Apfel verursacht die allergischen Probleme, aber der gut gar gebackene Apfel in einem Rührkuchen wird dann vertragen. 

Dieses und vieles mehr werde ich zusammen mit Ihnen in der Ernährungstherapie herausfinden, so dass Sie auf möglichst wenig tatsächlich verzichten müssen. 

Lassen Sie sich  eine ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung von Ihrem Arzt für die Ernährungsberatung ausstellen.

Vielleicht haben Sie Lust auf ein Stück Apfelkuchen? Aber bitte erst vorsichtig probieren.

 

Ich hoffe, ich habe den Beitrag so verständlich geschrieben, dass auch die Begrifflichkeiten klar geworden sind.

Über den Deutschen Allergie- und Asthmabund bin ich speziell für die Ernährungsberatung bei Allergien und Unverträglichkeiten zertifiziert und auch dort gelistet.

Sehr gerne freue ich mich auf Ihre Kontaktaufnahme, damit ich Ihnen Ihre persönlichen Fragen beantworten kann.

 

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